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Aggression

Als Aggression (lat. adgredi: herangehen, angreifen, überfallen) wird feindseliges Verhalten bezeichnet, das die eigenen Interessen unter Verletzung der Interessen des Gegenübers durchzusetzen versucht. Im Zusammenhang mit menschlichem Verhalten äußert sich Aggression in verbalen oder auch tätlichen Angriffen gegenüber Personen, Personengruppen und Sachen. Unter Aggression versteht man die beabsichtigte physische und psychische Schädigung eines Lebewesens (Mensch oder Tier) oder die Beschädigung eines Gegenstandes. Die verschiedenen Aggressionsformen lassen sich in Theorien gliedern, welche aggressives Verhalten auf bestimmte unterschiedliche Faktoren zurückführen.

 

Formen der Aggression

Formen der Aggression sind:

  • physische Form (körperliches Bedrohen, Schlagen, Töten)
  • verbale Form (Spotten, Schimpfen)
  • emotionale Form (Mimik, Gestik, Groll, Ärger, Wut, Hass, Verachtung)

In vielen Fällen ist aggressives Verhalten der Versuch, ein bestimmtes Problem zu lösen. Es wird dann ’instrumentell’ eingesetzt, das heißt, es wird versucht, auf diese Weise bestimmte Ziele zu erreichen.

Typische Aggressionsziele sind zum Beispiel:

  • Durchsetzen eigener Interessen, die mit Wünschen anderer im Konflikt stehen (Übervorteilen)
  • Beachtung durch andere finden (Aufmerksamkeit erzwingen)
  • Reaktion auf Aggression anderer (Abwehr)
  • Vergeltung erlittener Aggressionsakte (Rache)

Soweit also die Definitionen des Lexikons. Eine Form der Aggression und vor allem die dabei gewählte Vorgehensweise, wird jedoch (wie oben beschrieben) meist unterschlagen. Nämlich, die psychische Aggression. Ebenfalls unterschlagen wird oft auch die Tatsache, dass die meisten Menschen aggressiv reagieren, wenn sie durchschaut werden. Aber nicht alle werden dann offensichtlich nach außen hin aggressiv, sondern viele verbergen es mittels übertriebener Unterwürfigkeit oder durch ’Sich-selbst-als-Opfer-Darstellen’ oder mit sich selbst demütigendem Verhalten. Auch Schwäche kann als Waffe benutzt werden. In der Tat ist es so, dass die schwächsten Menschen die brutalsten Waffen erfinden und noch schwächere benutzen sie dann auch. Je lauter, einschüchternder und aggressiver ein Mensch in seinem Auftreten ist, desto größer sind seine Schwächen. Es ist immer die Angst, welche einen Menschen zur Offensive treibt. Wenn Du Dich davon nicht beeindrucken oder einschüchtern lässt und ihnen geradewegs in die Augen blicken kannst – voller Liebe, Wertschätzung und Verständnis – werden sie verstehen. Sie fühlen sich durchschaut und beruhigen sich schnell. Entbehrt Dein Blick aber der echten Wertschätzung und ist stattdessen von Angst geleitet, dann kann die Sache jedoch leicht eskalieren. In diesem Falle wäre es weiser, sich zurückzuziehen.

 

Aggression in der Familie

Betrachten wir ´mal Aggression in der Familie, so wird schnell klar, dass es da zwei Hauptvarianten gibt. Die meist männlich-dominante und die meist weiblich-devote. Der Täter und das Opfer. Natürlich gibt es Ausnahmen, was für unsere Betrachtung jedoch nicht relevant ist. Oft ist es sogar das Opfer, welches sich besser durchsetzt als der Täter. Alle nehmen Rücksicht, außer vielleicht einer: der dominante Boss. Die schlimmste Waffe solcher ’schwacher’ Menschen ist die Drohung mit Selbstmord oder Selbstverletzung. Denn sich selbst kann man schützen, aber jemanden vor sich selbst zu schützen ist unmöglich. Somit sind selbst dem größten Macho die Hände gebunden und er ist der Machtlosigkeit anheimgestellt.

 

Subtile Aggression

Subtile Aggression kennt jeder von uns. Zunächst natürlich bloß, weil er es bei anderen beobachtet oder auf der Opferseite erlebt hat, aber bei genauerem Hinschauen – auch von sich selbst. Es ist jene Version, die sich am besten hinter scheinheiligen oder logisch und ehrlich klingenden Argumenten verstecken kann. Es sind auch jene Momente, wo wir gezielt genau jene Worte, auch wenn sie lieb und nett sind, gebrauchen, von denen wir genau wissen, dass sie den anderen auf die Palme bringen. Auch demonstratives ’Ruhig-und-ausgeglichen-Sein’ fällt in diese Kategorie. Auch ein falsches Schweigen im richtigen Moment kann sehr provozierend wirken… und wir wissen das und wir nutzen das auch. Hierhin gehören auch diese kleinen fiesen Dinge, wie das Liegenlassen von getragenen Socken, gebrauchtem Geschirr, Brotkrümeln oder wovon auch immer wir wissen, dass es den anderen provoziert. So ’Kleinigkeiten’ eben…

Des Weiteren fallen in diese Kategorie auch Aussagen wie: ‚Wegen Dir fühle ich mich so und so…’, ‚Du bist Schuld, dass…’, ‚Wenn Du nicht dies oder jenes gemacht oder gesagt hättest, dann…’ und auch Fragen wie: ‚Wieso / Weshalb / Warum hast Du…?’ Ebenfalls hier hinein gehören Aussagen, wie: ‚Du machst mich noch krank mit…’, ‚Du machst mich wahnsinnig, wenn Du…’, ‚Du bist ja so gemein…’, ‚Wie soll es bloß mit uns weitergehen?’ Da gibt es natürlich noch 1001 weitere Möglichkeiten, aber ich glaube, Du weißt, was ich meine, oder?

Aber da gibt es auch noch diese kleinen Verhaltensweisen, welche ebenfalls äußerst provozierend wirken können wie zum Beispiel: spucken, sich räuspern, nicht zur Seite treten wenn nötig, so tun als ob man nicht verstehe was der andere meint, absichtliches Falsch-Verstehen, Zuspät-Kommen, ein bestimmter Stil mit dem Auto zu fahren, bestimmte Fernsehsendungen schauen oder verpassen, ständiges Meckern über Geldausgaben usw. Aber nicht nur Handlungen fallen in diese Rubrik, sondern auch Nicht-Handlungen. Nicht zu helfen… nicht zu klären… oder nicht zu warnen, wenn man es könnte. Insgesamt also einfach: Unterlassungen. Weißt Du, wenn man den anderen einfach bewusst auflaufen lässt oder Fehler machen lässt, damit man danach sagen kann: ‚Ich hab’s ja gewusst’ oder ‚Ich hab’s Dir ja gesagt, dass…’ – Verstehst Du, was ich meine?!

 

Selbstaggression

Oft vergessen wir auch die Aggression gegen uns selbst. Die meisten Menschen führen einen äußerst aggressiven Krieg, subtil oder offen, gegen sich selbst, gegen ihren Körper, gegen ihre Intelligenz oder gegen ihre Bedürfnisse. Asketentum zum Beispiel ist meistens eine solche Form der Aggression. Diese Form trifft man häufig bei spirituellen Menschen an. Hier eine kurze, unvollständige Liste aggressiver Verhaltensweisen gegen sich selbst:

  • Selbstkritik
  • Drogenmissbrauch
  • Alkoholmissbrauch
  • Medikamentenmissbrauch
  • Genussmittelmissbrauch
  • übertriebener Konsum v. Süßigkeiten
  • übertriebene Sexualität
  • sich zu wenig Zärtlichkeit erlauben
  • sich zu wenig Süßigkeiten erlauben
  • sich zu wenig Sexualität erlauben
  • seinen Körper zu kritisieren
  • seinen Körper ’schön’ zu quälen
  • seinen Körper zu vernachlässigen
  • zu wenig oder zu viel schlafen
  • zu viel oder zu wenig Selbstdisziplin
  • zu viel TV- oder Nachrichtenkonsum
  • sich verletzen / in Gefahr bringen
  • zu wenig arbeiten
  • zu viel arbeiten
  • finanzieller Mangel
  • usw.

Tja, und zu guter Letzt noch die häufigste Form der Aggression gegen andere: KRITIK!

Das Kritisieren

Wir können durch die Dosierung all dieser Dinge natürlich so tun, als ob es sich nicht um Aggression handle und sagen, dass es zum Beispiel ’konstruktive Kritik’ sei, aber es bleibt dennoch Kritik. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir nicht in gewaltfreier Kommunikation geschult wurden und nicht wissen, wie wir uns sonst äußern sollen. Dies ist jedoch mit dem folgenden Leitsatz ganz einfach:

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